Austausch mit anderen Betroffenen.
Immer wieder erhalte ich Einträge, von Eltern, die Kontakt mit anderen Betroffenen
suchen. Leider gehen diese Aufrufe im Gästebuch ein wenig unter.
Daher biete ich an, eine neue Seite zu erstellen, auf denen jeder einen Aufruf
zur Kontaktaufnahme veröffentlichen kann. Falls Sie Interesse haben, schreiben
Sie mir eine kurze Mail mit einigen Angaben zu Ihnen, Ihrem Kind,
Art der Erkrankung usw.
Ich möchte mitmachen!
Ich würde mich freuen, wenn ich einige Kontakte stiften könnte!
Der erste Eintrag kommt von Birgit Arndt, vielen Dank dafür!
Mein Sohn Justin ist im August 2006 an einem Neuroblastom IV erkrankt. Wir tauchten in eine Welt ein,
die nach anderen Regeln funktionierte. Justin bekam die Chemoblöcke N8, N8, N5, N6 und dann folgte die OP.
Alles verlief sehr gut. Dann kamen die nächsten N5 und N6 Blöcke. Vor dem letzten N6 Block hatte er ein Rezidiv.
Das haben wir am 16.03.07 erfahren. Er hatte keine Chance mehr......keine Chance groß zu werden.
Es ging ihm immer schlechter. Wir haben die letzten 1,5 Wochen in der Uni Klinik in Hamburg verbracht......
wo er dann am 31.03.07 in meinen Armen gestorben ist. Ich konnte nicht mehr atmen.....es ist ein Teil von mir
mit Justin gestorben. Doch gibt er mir die Kraft weiter zu leben. Er hätte es so gewollt.
Wenn ihr mehr von uns erfahren möchtet.....hier noch unsere HP:
www.einengelfuerjustin.beeplog.de
Ich würde mich gerne mit betroffenen Eltern austauschen.
Ich wünsche euch und euren Kindern ganz viel Kraft, diese Krankheit durchzustehen
Stille aber sehr liebe Grüße kommen von
Birgit mit Justin ganz tief im Herzen und Vivian fest an der Hand
Mailadresse von Birgit Arndt: vivianarndt@aol.com
Neele van Meerbeck mit ihrer Tochter Linnea, heute 16 Jahre
Meine Tochter Linnea erkrankte mit 18 Monaten an einem Neuroblastom. Dies ist nun 14 Jahre her
und unsere Tochter feiert im Juni ihren 16. Geburtstag. Nach der Diagnose „Ihr Kind hat Krebs“ brach
für uns eine Welt zusammen. Wie konnte ein Kind, das fröhlich und gesund erscheint, so krank sein.
Wir wurden zuerst nach Oberhausen zur Operation überwiesen. Bei Linnea saß der Tumor im Steißbein
bereich und konnte sehr gut entfernt werden. Zur weiteren Diagnostik wurden wir in die Uni-Klinik-Essen
geschickt. In Essen blieben wir nur eine Woche, weil unser Kind und wir unter den dortigen Bedingungen
unheimlich gelitten haben. Bei Linnea wurden keine weiteren Metastasen gefunden, so dass sie mit einem
Neuroblastom Stufe 2 die Chemotherapie beginnen konnte. Wir haben uns einige Kliniken angesehen und uns
für Herdecke entschieden. In Herdecke haben wir eine ganz andere Art der Krankenhausatmosphäre kennen-
gelernt. Linnea musste 4 Blöcke der Chemotherapie ertragen. Es ging ihr meistens sehr schlecht dabei,
und es dauerte in der Regel 3 Wochen bis sie sich erholt hat. In Herdecke bleiben die Kinder im Krankenhaus,
bis die Blutwerte wieder stabil sind. Ich hatte immer ein sehr schönes Zimmer mit meiner Tochter, das wir
auch mit persönlichen Sachen ausstatten konnten. Die Zimmer hatten alle Himmelbetten und Holzmöbel.
Meine Mutter hat sich ein Zimmer in der oberen Etage gemietet und ist mit unserem Sohn Benedikt dort
eingezogen (wir leben auch sonst Haus an Haus). Ben war zum Zeitpunkt der Erkrankung erst 6 Monate
alt und wurde noch gestillt. Mein Mann versuchte täglich zu kommen, so dass ein fast normales
Familienleben möglich war. Nach 6 Monaten Therapie, Operationen und Untersuchungen konnten
wir nach Hause und mussten erst wieder den Alltag lernen.
Bei allem Schlimmen und Schmerzhaften muss ich aber auch sagen, wie dankbar ich bin so eine Familie
und solche Freunde zu haben. Ich weiß auch heute erst „Gesundheit“ zu schätzen und bin ganz dankbar
für Situationen und Augenblicke, die selbstverständlich waren. Nie werde ich diese enge Verbundenheit
mit meinen Kindern vergessen die ich im „gesunden Alltag“ nicht so erfahren hätte.
Ich denke oft an die Zeit im Krankenhaus zurück und die Ängste, Linnea könnte wieder erkranken, sind vorbei.
Die Pubertät von Linne (15) und Ben (14) schafft neue Herausforderungen, die mein Mann und ich nun zu
meistern versuchen.
Ich wünsche allen kranken Kindern und deren Familien ganz viel Kraft und liebe Menschen, die für sie da sind.
Mailadresse von Meele van Meerbeck: c.van-meerbeck@gmx.de